Neues von Lehrer Lämpel

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Frei nach Wilhelm Busch

Also lautet ein Beschluß:
Daß der Mensch was lernen muß.
Nicht allein das Abc
Bringt den Menschen in die Höh‘;
Nicht allein in Schreiben, Lesen
Übt sich ein vernünftig Wesen;
Nicht allein in Rechnungssachen
Soll der Mensch sich Mühe machen;
Sondern auch der Weisheit Lehren
Muß man mit Vergnügen hören.

Dass dies mit Verstand geschah, …
War einst Herr Lehrer Lämpel da.

Heute kann jedoch ein Jedermann,
Der halbwegs richtig schreiben kann,
Lehrer Lämpel nun ersetzen,
Damit will ich echt nicht hetzen.
Einen Jeden, ob Frau oder Mann,
Lassen wir an unsere Kinder ran.
Wer fragt nach Können oder Qualifikation?
„Wenn du selbst Schüler warst, dann schaffst du es schon.“

Doch was wird aus Mädel und Knaben,
Die keine Fachleute mehr haben,
Um Lesen und Schreiben zu erlernen
Und sonstige Fähigkeiten zu erwerben?
Der Wilhelm Busch würd´ im Grabe springen
Und trotz seines Wortwitzes um Worte ringen:

Kann wirklich jeder „ … die Kinder lehren
Und die Wissenschaft vermehren?“
Ist es nicht der Gesellschaft Pflicht
Zu mehren die Bildung in jeder Schicht;
Mit geschulten Kräften die Schüler zu leiten
Und auf ihrem Schulweg qualifiziert zu begleiten?
Kann man aufs Lehrerstudium wirklich verzichten
Ohne die Qualität zu vernichten?

Die Antwort wär`Wilhelm Busch schon klar,
Da er schon damals die Wahrheit sah.
Ich wünscht` mir mehr Lämpels an richtiger Stell`,
Zu ändern die jetzige Entwicklung schnell.
Denn Bildung ist ein hohes Gut,
Sie zu fördern kostet Geld und Mut.
Sonst seh`ich es knallen, wie einst Wilhelm Busch,
Doch diesmal wär`nicht nur mit Lämpels Pfeife Schluss.

 

 

 

 

 

 


					

Überraschung

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Die Osterferien sind vorbei. Die Kinder kommen voller Freude in den Klassenraum gerannt. Sie erzählen von den Ferien und natürlich auch vom Osterfest.

Plötzlich ruft Paul ganz laut: „ Was steht denn da an der Tafel?“ Alle Kinder schauen. Auch Frau Fröhlich blickt erstaunt zur Tafel. Da beginnt Nina zu lesen:

 

Der Osterhas, der Osterhas

versteckt  die Eier im grünen Gras.

Doch manchmal auch oh weh, oh weh,

liegen die Eier im kalten Schnee.

 

Den Kindern ist das jedoch egal.

Sie suchen die Eier auch mit dickem Schal.

Und wenn sie welche finden , ganz schick und bunt,

landen die Eier ganz schnell im Mund.

 

Als Nina mit Hilfe Frau Fröhlichs den Text vorgelesen hat, ist es ganz still in der Klasse. Till flüstert leise: „Das ist ein schönes Gedicht.“ „Bestimmt haben das uns die Minimas geschrieben“, bemerkt Paul. „Ja, das Gedicht haben uns die Minimas geschrieben. Bestimmt wollten sie uns damit eine Freude machen“, sind sich die Kinder einig.

Hinter dem Schrank aber lachen sechs Kobolde vor Freude. Diese Überraschung ist ihnen geglückt.

 

Alle Geschichten unter der Rubrik „Neues von den Minimas“ findet ihr auch auf den Lehrerseiten.

 

 

Mit dem Gedicht fing alles an

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Über mein neuestes Buch „Mach´s gut, mein Jung“ habe ich schon einiges geschrieben. Wie alles begann, habe ich bisher aber noch nicht veröffentlicht.

Begonnen hat alles vor etwa vier Jahren bei einem Spaziergang am Strand. Ich habe in dieser Abgeschiedenheit und Ruhe darüber nachgedacht, wie man Kindern erklären kann, dass jemand gestorben ist. Religiös erzogene Menschen haben damit weniger Probleme. Ihr Glauben gibt ihnen Antwort auf die meisten Fragen. Doch was sagt man Kindern, die ohne religiöse Bindungen aufwachsen?

Diese Fragen haben mich zu dem Gedicht inspiriert:

Opa ist tot

Opa ist tot.

Er ist von uns gegangen.

Oma sagt: Er ist im Himmel und schaut auf mich herab.

 

Opa ist tot.

Er ist erlöst worden.

Mama sagt: Er ist in meinem Herzen.

 

Opa ist tot.

Er ist eingeschlafen.

Papa sagt: Er lebt in meinen Erinnerungen weiter.

 

Opa ist tot.

Er ist gestorben.

Mein Freund sagt: Er liegt auf dem Friedhof. Dort kann ich ihn besuchen.

 

Opa ist tot.

Er schaut auf mich herab.

Er ist in meinem Herzen.

Er lebt in meinen Erinnerungen weiter.

Er liegt auf dem Friedhof. Dort kann ich ihn besuchen.

 

Einige Jahre später habe ich dieses Gedicht wieder hervorgekramt und entstanden ist die Geschichte von Paul und daraus das Buch „Mach´s gut, mein Jung„.

Kerzenexperimente

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Gespannt folgen die Minimas dem Unterricht der Klasse. Frau Fröhlich hat heute eine dicke Metallplatte, Kerzen und Streichholzschachteln mitgebracht. Was will sie wohl machen? Eigentlich sind Feuer und Kerzen in der Schule doch verboten. Das wissen sogar die Kobolde.

Doch Frau Fröhlich zeigt den Kindern genau, wie man eine Kerze anzündet. Dann erklärt sie, wie gefährlich eine brennende Kerze sein kann. Auch die Kinder wissen schon, dass man mit Feuer nicht spielen und Kerzen niemals brennend allein lassen darf. Die Lehrerin zeigt, wie man Kerzen richtig löscht und holt dazu einen Kerzenlöscher hervor. So ein Ding haben die Minimas noch nie gesehen. Auch viele Kinder kennen den Kerzenlöscher nicht.

Dann spricht die Klasse über die Gefahren des Feuers und die Minimas staunen, was die Kinder schon alles wissen. Als es klingelt, verlassen die Schüler mit Frau Fröhlich den Klassenraum. Die Lehrerin hat alle Kerzen gelöscht und auf der Metallplatte stehen gelassen.

Darauf haben die Kobolde nur gewartet. „Ich will auch eine Kerze anzünden“, ruft Pico. „Ich auch!“ „Ich auch!“ Die Minimas schreien laut durcheinander. „STOP!“, ruft Geos, „O.K. Ich zeige euch noch einmal, wie das geht.“ Vorsichtig nimmt er einen Streichholz aus der Schachtel und reibt ihn von seinem Körper weg an der Reibefläche. Wie von Zauberhand beginnt der Streichholz zu brennen. Dann zündet der Kobold vorsichtig die Kerze an. Pico holt schon Luft und will die Kerze wieder ausblasen. Doch Geos hält seinem Freund den Mund zu. „Nicht pusten!“, ermahnt er ihn, „ Frau Fröhlich hat gesagt, man soll einen Kerzenlöscher nehmen.“ Dabei gibt er Pico den Kerzenlöscher in die Hand. Voller Stolz löscht Pico damit die Kerze. Jetzt sind die anderen Minimas nicht mehr zu halten. Auch sie wollen eine Kerze anzünden und mit dem Kerzenlöscher löschen. So probieren sich die Kobolde der Reihe nach unter dem wachsamen Auge von Geos im Anzünden und Löschen der Kerze aus.

Kennst du einen Kerzenlöscher? Hast du schon einmal eine Kerze angezündet? Warum darfst du nicht ohne Aufsicht Streichhölzer oder Feuerzeuge benutzen?

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Mein drittes Buch ist da!

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Bisher habe ich mit den Minimas Koboldgeschichten erdacht, die kurz und knapp aus dem Schulleben berichten. Natürlich werden darin auch Erlebnisse verarbeitet, die meiner Lebenswelt entsprechen.

In dem Buch „Reset … und Neustart“ thematisierte ich meine Vorstellungen und auch Ängste von einer Zukunft, die nur noch von digitalen Medien lebt. Meine Liebe zu Büchern, die man anfassen, riechen, fühlen kann, verarbeitete ich in der Geschichte.

Die Entstehung des dritten Buches hat eine längere Geschichte. In ihr geht es um das Tabuthema Tod. Eigentlich hatte ich nie vor, sie zu veröffentlichen. Aber mit den Schülern meiner dritten Klasse hatte ich ein solch emotional tolles Verhältnis, dass ich mich entschloss, die Geschichte gemeinsam zu lesen. In dem Beitrag

„Man muss über alles reden“

habe ich bereits davon berichtet. Das positive Feedback hat mich dann doch bewogen, die Veröffentlichung zu wagen. Unterstützt wurde ich bei diesem Projekt von meinen Schülern, die die Bildgestaltung übernahmen. (Übrigens finden sich die Namen der Künstler in alphabethischer Reihenfolge auch im Impressum wieder) Als Ergebnis der Diskussion mit den Kindern und Eltern änderte ich noch den Buchtitel. Das Coverbild entstand wieder in Zusammenarbeit mit meinem Mann und ich bin richtig stolz darauf.

Ja, und nun ist es da: mein drittes Buch. Ich hoffe, es gefällt – soweit man bei diesem Thema davon sprechen kann. Es soll eine Anregung sein und neben der privaten Nutzung kann ich mir eine Nutzung im Unterricht gut vorstellen. (Meine Erfahrungen bestätigen das)

Auf den Lehrerseiten befinden sich wieder Handreichungen für die Umsetzung im Unterricht.

 

 

Süße Versuchung

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Sporti sitzt vor dem Adventskalender der Klasse. Seine Augen suchen der Reihe nach die Zahlen von 1 bis 24. Einige Türchen sind schon geöffnet. Schließlich sind schon etliche Dezembertage vergangen. Um die Zahlen zu erkennen, muss er vorsichtig die Türchen wieder schließen. So sieht nach und nach der Kalender aus, als wenn er noch unbenutzt wäre. Als der Kobold bei dem noch geschlossenen Türchen mit der Zahl 13 ankommt, puhlt er mit seinem Fingerchen an der kleinen Öffnung herum. Langsam löst sich die Pappe und … das Türchen öffnet sich. Schnell zieht der Kobold seine Hand zurück. Schuldbewusst schaut Sporti um sich. Zum Glück sind die anderen Minimas noch draußen. Sportis Augen wandern wieder zu dem Türchen. Ein Stück Schokolade blitzt hervor. Sporti spürt schon die Süße auf seiner Zunge. Wie von selbst wandert seine Hand wieder zu dem Türchen. Diesmal streift sie auch das Stück Schokolade. Der Kobold will gerade zufassen …

Da kommen Plapps, Pico und Pop in den Klassenraum gestürmt. Noch ehe Sporti etwas sagen kann, schreit Pico auch schon los: „Was machst du denn da?“ In dem Moment betreten auch Kniffel und Geos den Raum. Als Geos den roten Kopf von Sporti sieht, ruft er laut: „Ja, was machst du denn da?“ Sporti geht einen Schritt von dem Kalender weg. „Ich, ich …“, stammelt er verlegen. Geos sieht seinen Freund streng durch seine große Brille an. Dann wandert sein Blick auf den Kalender. „Kannst du mir das erklären?“, fragt er streng . „Ich wollte nur zählen üben. Dann …“ In dem Moment unterbricht ihn Kniffel: „Dann wolltest du gleich mal ein Stück Schokolade naschen?“ „Ich habe nichts genommen. Ehrenwort!“, rechtfertigt sich Sporti. „Aber du wolltest“, erwidert Geos. „Aber ich habe nichts genommen“, wiederholt Sporti jetzt schon etwas trotzig. „Gut“, meint Geos nun schon etwas versöhnlicher. „Ich mache das Türchen jetzt wieder zu und morgen können es dann die Kinder öffnen.“ Mit einer vorsichtigen Bewegung schließt er dabei das Türchen. Sporti ist erleichtert und versichert seinen Freunden, dass er nicht mehr an dem Kalender der Klasse herumspielen wird.

Was meinst du? Werden die Kinder merken, dass Sporti am Kalender war?

(Hinweis: Ja, denn die Türchen sind alle zu)

Hast du auch schon einmal ein Türchen vorher geöffnet?

 

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Regen: Regenlust, Regenfrust

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Regen, Regen, Regen … . Seit Tagen regnet es. Die Kinder werden immer unruhiger. In den Pausen und am Nachmittag müssen sie im Haus bleiben. Zuerst war das ja sehr lustig aber jetzt reicht es langsam. Selbst Frau Fröhlich kann die Kinder kaum noch beruhigen.

Auch die Minimas sind sehr genervt. Sie streiten wegen Kleinigkeiten, haben Langeweile und selbst das Umherstromern im Schulhaus macht ihnen keine Freude mehr.

Da hat Plapps eine Idee: „Lasst uns spielen!“

„Ach, das haben wir doch schon alles durch“, mault Pico.

Aber Plapps erklärt weiter: „Jeder denkt sich ein einfaches Spiel aus, das wir ohne große Hilfsmittel spielen können!“

Erst sind die anderen Minimas skeptisch. Dann probieren sie aber der Reihe nach die vorgeschlagenen Spiele aus. Es wird ein schöner Spielenachmittag und alle haben viel Spaß dabei:

Plapps erklärt folgendes Spiel:

Ich packe meinen Koffer

Die Minimas spielen der Reihe nach. Jeder sagt immer zu Beginn: „Ich packe meinen Koffer und lege hinein: ein … .“ Dann fügt er einen Gegenstand hinzu. Der folgende Spieler wiederholt den Satzanfang mit dem genannten Gegenstand und fügt einen neuen hinzu. So wird der Satz immer länger. Wer einen Gegenstand vergessen hat oder in der falschen Reihenfolge nennt, scheidet aus.
Gewonnen hat, wer als letztes übrigbleibt.

Da fällt Kniffel ein Würfelspiel (Zehnerwürfel) ein:

Malaufgaben

Alle Minimas würfeln der Reihe nach mit zwei Würfeln. Wer die zwei Zahlen richtig multipliziert, erhält einen Punkt.  Wer hat zuerst 10 Punkte gesammelt?

Oder (Sechserwürfel):

Bilde mit den beiden Zahlen eine zweistellige Zahl. Wer die größte Zahl hat, erhält einen Punkt. Wer hat zuerst 10 Punkte?

Pico hat auch eine Idee:

Montagsmaler

Er malt einen Begriff auf ein Blatt. Wer zuerst den Begriff erraten hat, darf als nächstes malen.

Dann beginnt Pop ein Liedchen zu summen. Spurti rät als erstes, welches Lied gemeint ist. Nun darf er ein Lied summen.

Probiert die Spiele aus! Fallen euch weitere kleine Spiele für Regenpausen ein?

 

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Wir wollen Farbe

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Seit einigen Tagen sind die Kinder wieder in der Schule. Die Herbstferien sind vorbei. Nachdem die Schüler von ihren Erlebnissen berichtet hatten, stellte sich schnell wieder der Schulalltag ein. Mit zunehmender Dunkelheit und schlechtem Wetter kommen die Kinder immer unmotivierter in die Klasse. Nicht selten setzt sich ein Kind an seinen Platz und döst weiter vor sich hin, bis es sich mit Stundenbeginn widerwillig von seinem Platz erhebt. Im Unterricht gähnen die Schüler um die Wette. Und obwohl Frau Fröhlich sich um das Verbreiten guter Laune sehr bemüht, scheint der Funke auf ihre Klasse nicht übergreifen zu wollen.

Auch die Minimas lassen sich von diesem Trübsinn anstecken. Morgens kommen sie schwer  aus ihren Federn und selbst der Unterricht von Frau Fröhlich begeistert sie kaum. Am liebsten trödeln sie vor sich hin und warten auf das Ende des Tages, um mit der ersten Dunkelheit wieder in den Betten zu verschwinden. Die Kobolde haben es gut: Sie haben keine Verpflichtungen. Sie müssen nicht zur Schule gehen, sie wohnen ja in ihr. Sie machen keine Hausaufgaben und müssen nicht Gedichte oder Grundaufgaben lernen.

Geos beobachtet das Verhalten seiner Freunde mit wachem Auge. Was ist aus den Kobolden geworden? Kein Toben, kein Lärmen, keine Streich spielen kann er erkennen. Inzwischen würde er sich sogar über einen handfesten Streit zwischen den Minimas freuen. Was kann er da machen? Nach einiger Überlegung hat er eine Idee: Schnell ruft er die Kobolde zusammen. „Ich habe einen Brief an Frau Fröhlich und die Klasse geschrieben.“ Die Minimas glauben sich verhört zu haben. „Was hast du getan?“ fragen sie ungläubig. „Du sagst doch immer, wir müssten unerkannt hier leben und kein Mensch darf von uns erfahren!“, schreit Spurti seinen Freund fast an. Geos zupft seine große Brille zurecht und schaut die Minimas der Reihe nach an. Sein Blick wandert von Pico zu Plapps, von dort zu Pop und Kniffel und bleibt etwas länger bei Spurti hängen. „Du hast ja recht“, wendet er ein, „aber so geht das nicht weiter.“ „Was geht nicht weiter?“, mischt sich jetzt Plapps ein. „Na, diese Trostlosigkeit, diese Trägheit und Lustlosigkeit …“ „Wer ist lustlos oder träge?“, ruft Spurti dazwischen und wie um seine Worte zu bestätigen, hüpft er von einem Bein auf das nächste. „Na ihr seid träge und faul“, wendet Geos ein. „ Und die Schüler sind es auch“, fügt er schnell hinzu. Nun sind die anderen Kobolde sprachlos. Plapps findet als erster wieder Worte: „Die Kinder sind im Moment sehr faul und träge. Frau Fröhlich kann sie nicht mehr begeistern. Und dabei gibt sie sich immer so viel Mühe.“ „Aber ich bin nicht träge“, ruft Spurti und flitzt um seine Freunde herum. „Doch Spurti, auch ihr seid in letzter Zeit träge und faul. Am Anfang war das ja sogar erholsam. Aber so wie es ist, geht es nicht weiter. Darum habe ich den Brief geschrieben.“ Geos macht eine lange Pause. „Nun lies ihn mal vor!“, fordert nun Plapps.

Geos beginnt:

Liebe Frau Fröhlich, liebe Kinder,

wir leben mit euch in diesem Klassenraum und finden, dass etwas geschehen muss. Draußen ist es trübe und dunkel. Im Moment ist es auch bei uns im Klassenraum dunkel und trübe. Da habt ihr keine Lust zum Lernen und auch uns gefällt das nicht. Wir wünschen uns wieder Farbe und Freude in der Schule. Könntet ihr nicht neue Fensterbilder malen mit bunten Farben oder lustige Bilder aufhängen …

„… oder lustige Lieder singen?“, fällt Pop Geos in das Wort.

… oder lustige Lieder singen? Wir würden uns sehr freuen. Vielleicht habt ihr dann auch mehr Freude am Lernen.

Mit lieben Grüßen

Eure Minimas

„Das hast du aber toll gemacht“, schwärmt Pico, „Ich werde auch gleich bunte Bilder malen.“ „Und dabei singen wir ein Lied“, fügt Pop hinzu. „Wie wäre es mit einem Märchen, dass ich euch vorlese?“, fragt Plapps. „Und ich könnte euch Knobelaufgaben stellen“, meint Kniffel. „Und wenn wir uns erholen müssen von diesen ganzen schweren Sachen“, ruft Spurti dazwischen, „machen wir zusammen ein bisschen Sport.“ Geos schaut seine Freunde an und schmunzelt. Er ist wieder einmal stolz auf sie.

Wollen wir in unseren Klassenraum auch Farbe bringen?

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Die Fensterputzer kommen

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Es sind Herbstferien. Die Schule ist verweist und unbelebt. Die Klassenräume sind leer und ein wenig trostlos. Auch im Raum von Frau Fröhlich erinnert nichts an das rege Treiben in der Schulzeit. Die Minimas toben durch die Gänge und genießen es, sich nicht verstecken zu müssen. Doch wenn die Kobolde von ihrem Treiben in „ihren“ Klassenraum zurückkommen, empfängt sie ein tristes, kühles Zimmer.

„Es ist so kühl und gar nicht mehr bunt hier drin“, mault Pico. Mit seinen lustigen Farben malt er dabei auf einem großen Blatt einen Drachen.  In dem Moment öffnet sich die Tür des Klassenzimmers. Pico kann sich gerade noch hinter dem Schrank verstecken. Vor Schreck hat er aber seinen Drachen liegen lassen. In den Klassenraum kommt ein Mann mit einer grauen Latzhose. In seiner Hand hat er einen roten Plastikeimer voll Wasser und einen Lappen. Der Mann geht zu einem Fenster. Dabei fällt sein Blick auf den Drachen, den Pico gerade gemalt hat, und dessen Farbe noch immer nicht getrocknet ist. Der Mann geht zu dem Bild, schaut sich um und ruft: „Herbert!“, „Herbert!“ Als keine Antwort zu hören ist, nimmt er das Bild und verlässt den Klassenraum.

Pico schaut ihm entsetzt hinterher. „Das ist mein Bild. Der hat mein Bild geklaut“, voller Wut schreit der Kobold so laut, dass Spurti aus dem Versteck kommt. „Was ist denn los?“, fragt er seinen Freund. „Der hat mein Bild geklaut“, schluchzt der kleinste Minimas. „Wer hat dein Bild geklaut? Wir sind doch die einzigen Kobolde hier in der Schule“, erklärt Spurti. „Na der, der den Eimer da hingestellt hat…“, antwortet Pico und schon ist er an dem roten Eimer, der noch immer auf einem Tisch vor dem Fenster steht. Nun wird Spurti neugierig. Er folgt seinem Freund und bestaunt das Plastikteil. Dann fällt sein Blick auf die Fenster und er fängt an zu lachen. Pico ist entsetzt: „Was gibt es denn da zu lachen?“ Spurti beugt sich zu Pico hinunter, legt den Arm um dessen Schulter und erklärt: „Das ist der Fensterputzer.“ Mit leiser Stimme erklärt er weiter: „In den Ferien, wenn kein Unterricht stattfindet, kommen die Fensterputzer und putzen die Fenster. Darum hat Frau Fröhlich vor den Ferien auch die Fensterbilder abgenommen. Wenn die Ferien vorbei sind, sind die Fenster wieder schön sauber und die Kinder und die Lehrerin freuen sich.“  „Aber die Fenster sind doch gar nicht schmutzig.“ Schon ist Pico vor dem Fenster und presst seine Nase an das Glas. „Ich kann alles sehen“, ruft er dabei. „Ja, so sind die Menschen. Sie putzen gern und sind erst zufrieden, wenn alles glänzt“, murmelt Spurti vor sich hin. Da wird Pico lebendig. „Wenn dieser Fensterputzer die Fenster putzen will, soll er etwas zu tun haben. Außerdem hat er mir mein Bild geklaut“, fügt Pico bockig hinzu. Mit einem Schwung hat er dabei seinen bunten Pinsel über das Glas gefegt, sodass nun ein bunter Regenbogen auf dem Glas schimmert. Das sieht Spurti und schon ist sein Koboldwesen in ihm erwacht. Er reißt Pico den Pinsel aus der Hand, flitzt zum zweiten Fenster und malt ein riesengroßes Mondgesicht. Pico schnappt sich daraufhin einen neuen Pinsel, malt Augen und  Nase hinein. Spurti fügt einen roten  Mund dazu. „Na, warte“, ruft der kleinste Kobold und schon streckt das Mondgesicht eine große Zunge aus seinen roten Mund. Nun beginnt ein richtiger Wettbewerb zwischen den beiden Minimas. Jeder malt lustige Mondgesichter auf die Fenster. Dabei ist es ihnen egal, dass ein großer Teil der Farbe auf die Fensterbretter und den Boden kleckst. Die beiden stacheln sich gegenseitig an und treiben es immer heftiger.

In dem größten Treiben öffnet sich die Tür. Pico und Spurti machen sich schnell unsichtbar und verstecken sich unter einem Schultisch. „Was ist denn hier los?“ Der Fensterputzer bleibt an der Tür stehen und schüttelt den Kopf. Ein anderer Mann, mit der gleichen grauen Latzhose an und ein Kollege, steht neben ihm und meint: „ Was hast du denn da gemacht. Mensch, da haben wir ja noch mehr zu tun.“ „Ich, ich habe gar nichts gemacht“, stammelt der Fensterputzer. „Na, dann waren es bestimmt die Schulkobolde“, antwortet kopfschüttelnd sein Kollege.

Pico und Spurti lachen in ihrem Versteck und können sich kaum halten. „Wenn der wüsste…“, bringt Spurti zwischen den Lachsalven hervor.

„An die Arbeit! Wir haben hier echt zu tun, du Scherzkeks“, fordert der zweite Fensterputzer seinen Kollegen auf. Dieser legt Picos Drachenbild auf einen Schultisch, schnappt sich seinen Eimer und beginnt widerwillig mit dem Putzen des ersten Fensters. Sein Kollege hilft ihm und schnell haben sie das Chaos beseitigt.

Mit Schadenfreude und etwas Stolz beobachten die Kobolde die Arbeit der Männer. Pico ist besonders glücklich, als die beiden Fensterputzer nach ihrer Arbeit den Klassenraum verlassen und sein Bild auf dem Schultisch vergessen.

Die Kobolde haben in den Ferien den Fensterputzern einen Streich gespielt. Hast du auch jemanden einen Streich gespielt?

Der Fensterputzer hatte das Pech, an die Kobolde zu geraten. Ist dir in den Ferien ein Missgeschick passiert?

Alle Geschichten unter der Rubrik „Neues von den Minimas“ findet ihr auch auf den Lehrerseiten.