Eine Liebeserklärung der anderen Art

Ich lebe und wohne in einer kleinen Stadt, eine Stadt am Rande und im Schatten der großen Landeshauptstadt Potsdam und der Hauptstadt Berlin. Potsdam mit  Schloss und Park Sanssouci hat sich zum Speckgürtel Berlins entwickelt, gilt als hip und wird gern von vielen als Wohnort gewählt. Und Berlin ist natürlich unschlagbar; lebendig, modern, … Großstadt.

Meine kleine Stadt steht, wie bereits gesagt, im Schatten dieser Metropolen. Und doch hat sich auch bei uns viel getan. Als Bewohner der Stadt nimmt man diese Veränderungen kaum war. Gern meckert man, weil dieses oder jenes nicht so ist, wie in großen Städten. Man sieht verfallene Häuser, fehlende Kultur …

Und dann kommt jemand aus er großen Stadt Berlin zu uns in die Provinz und … öffnet einem die Augen; zeigt, wie schön doch das kleine Städtchen ist, mit den Augen eines Besuchers, eines Gastes, eines Touristen.

… und mit den Augen dieses Besuchers betrachtet, verändert sich die Sichtweise und es entwickelt sich die Erkenntnis (die ja eigentlich schon lange im Herzen schlummert): Ich liebe diese Stadt. Hier gehöre ich hin.

Vielleicht wollt auch ihr eure Sichtweise einmal überprüfen:

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/48-stunden-brandenburg-reichen-100-euro-fuer-ein-wochenende-in-der-kleinen-havelstadt/23825648.html

Ein schönes neues Jahr

Schlagwörter

, , ,

Das neue Jahr ist erst wenige Tage alt. Die Minimas haben den Jahreswechsel  gemeinsam verbracht. Sie haben die Schule mit Girlanden verschönert und tanzten durch die Flure. Mit einer Polonaise sind sie durch das ganze Schulhaus getobt.

Wie auch die Menschenkinder blieben die sechs Freunde lange wach  und erfreuten sich besonders an dem Feuerwerk. Nach Mitternacht sind sie auf den Boden des alten Schulgebäudes geklettert  und haben durch die Dachfenster weit über die Straßen schauen können. Wie schön erhellten die roten, blauen, gelben und goldenen Blitze der Raketen den nächtlichen Himmel! So manches „Aaaaahhhhh!“ oder „Oooooohhh!“ kam aus ihren Mündchen. Selbst Plapps war ob der Schönheit kurzzeitig sprachlos.

Heute ist es aber wieder einmal so weit. Die Schüler kommen in die Schule. Die Ferien sind vorbei. Als Geos morgens erwacht, findet er seine Freunde nicht in ihrem Versteck. Was stellen die Kobolde nun schon wieder an? Schnell setzt er seine große Brille auf und macht sich auf die Suche. Wo stecken die fünf nur? Geos flitzt durch die Flure und schaut in jeden Klassenraum. Dann hört er Stimmen. Schnell folgt er diesen und entdeckt endlich, wie sollte es auch anders sein, seine Freunde im Klassenraum von Frau Fröhlich.

„Was macht ihr denn hier? Habt ihr vergessen, dass heute wieder die Schule beginnt? Die ersten Lehrer habe ich schon gesehen. Gleich wird Frau Fröhlich hier sein.“, schimpft er die Kobolde aus. Spurti will sich gerade rechtfertigen, als Geos sie erneut anherrscht: „Scht! Hört ihr das? Frau Fröhlich kommt! Los, weg hier!“

Schnell machen sich die Minimas unsichtbar und schon steht Frau Fröhlich lachend in der Tür. Sie freut sich auf den Jahresbeginn mit ihrer Klasse. Doch was ist das? Auf der Tafel ist ein buntes Bild gemalt. Halblaut liest sie, was dort steht.

Doch da fehlt doch etwas! Wisst ihr was die Minimas vergessen habe

          

 Alle Geschichten unter der Rubrik „Neues von den Minimas“ findet ihr auch auf den Lehrerseiten.

 

Gute Vorsätze

Schlagwörter

,

Für das neue Jahr nimmt man sich traditionell ja immer etwas vor. Eigentlich halte ich davon nicht viel. Ich bin da eher pragmatisch. Die meisten Vorsätze sind nach ein paar Tagen vergessen. Und, wenn ich wirklich eine Angewohnheit oder vielleicht auch mein Leben generell ändern will, kann ich das auch am 1. April oder 24. August.

Für das nächste Jahr nehme ich mir aber doch etwas vor: In letzter Zeit habe ich das Schreiben hier doch sehr vernachlässigt. Wie die meisten unter uns, hatte ich auch gute Gründe: viel zu tun, weniger Zeit … Es gibt ja immer genug Ausreden.

Im neuen Jahr möchte ich aber wieder mehr öffentlich aktiv werden. In meinem Kopf und auf dem Laptop schlummern schon einige kleine Geschichten, die sich veröffentlichen lassen. Und vielleicht entsteht dabei wieder ein neues größeres Projekt, mal sehen …

Ich wünsche allen, einen guten Rutsch und, wenn es Vorsätze sein müssen, dann die Kraft und Ausdauer, diese auch umsetzen zu können.

 

Kindermund …

Schlagwörter

, ,

Als Grundschullehrerin erlebt man schon so einiges. Besonders gern schmunzle ich immer wieder über den (oft ungewollten) Wortwitz unserer Kinder. Heute mal einige Beispiele (Die Namen sind natürlich geändert):

„Frau Otte, du hast doch gesagt, dass das Hausaufgabenheft das wichtigste ist, was wir haben.“ … Nach kurzem Nachdenken fügt Max hinzu: „Aber die Gesundheit ist doch wichtiger.“

Im Deutschunterricht sprechen wir über Einzahl und Mehrzahl. „Wie heißt die Mehrzahl von das Gras?“, will ich wissen. Miriam meldet sich und antwortet siegesbewusst: „die Wiese.“

„Frau Otte, mein Vati hat heute Geburtstag. Er ist jetzt 54 Jahre … und er lebt immer noch.“

„Frau Otte, mein Vati hat heute Geburtstag“, verkündet Mia stolz. „Oh, hast du ihm denn auch schon etwas geschenkt?“, will ich wissen. „Ich nicht aber Mutti“, antwortet das Mädchen und fügt gleich hinzu, „Mutti hat sich ein neues Nachthemd gekauft.“ Ich staune und frage nach: „Mutti hat sich ein neues Nachthemd gekauft? Ich denke dein Vati hat Geburtstag.“ „Ja“, meint Mia selbstverständlich, „so haben beide etwas davon.“

 

Neues von Lehrer Lämpel

Schlagwörter

,

Frei nach Wilhelm Busch

Also lautet ein Beschluß:
Daß der Mensch was lernen muß.
Nicht allein das Abc
Bringt den Menschen in die Höh‘;
Nicht allein in Schreiben, Lesen
Übt sich ein vernünftig Wesen;
Nicht allein in Rechnungssachen
Soll der Mensch sich Mühe machen;
Sondern auch der Weisheit Lehren
Muß man mit Vergnügen hören.

Dass dies mit Verstand geschah, …
War einst Herr Lehrer Lämpel da.

Heute kann jedoch ein Jedermann,
Der halbwegs richtig schreiben kann,
Lehrer Lämpel nun ersetzen,
Damit will ich echt nicht hetzen.
Einen Jeden, ob Frau oder Mann,
Lassen wir an unsere Kinder ran.
Wer fragt nach Können oder Qualifikation?
„Wenn du selbst Schüler warst, dann schaffst du es schon.“

Doch was wird aus Mädel und Knaben,
Die keine Fachleute mehr haben,
Um Lesen und Schreiben zu erlernen
Und sonstige Fähigkeiten zu erwerben?
Der Wilhelm Busch würd´ im Grabe springen
Und trotz seines Wortwitzes um Worte ringen:

Kann wirklich jeder „ … die Kinder lehren
Und die Wissenschaft vermehren?“
Ist es nicht der Gesellschaft Pflicht
Zu mehren die Bildung in jeder Schicht;
Mit geschulten Kräften die Schüler zu leiten
Und auf ihrem Schulweg qualifiziert zu begleiten?
Kann man aufs Lehrerstudium wirklich verzichten
Ohne die Qualität zu vernichten?

Die Antwort wär`Wilhelm Busch schon klar,
Da er schon damals die Wahrheit sah.
Ich wünscht` mir mehr Lämpels an richtiger Stell`,
Zu ändern die jetzige Entwicklung schnell.
Denn Bildung ist ein hohes Gut,
Sie zu fördern kostet Geld und Mut.
Sonst seh`ich es knallen, wie einst Wilhelm Busch,
Doch diesmal wär`nicht nur mit Lämpels Pfeife Schluss.

 

 

 

 

 

 


					

Überraschung

Schlagwörter

, , ,

Die Osterferien sind vorbei. Die Kinder kommen voller Freude in den Klassenraum gerannt. Sie erzählen von den Ferien und natürlich auch vom Osterfest.

Plötzlich ruft Paul ganz laut: „ Was steht denn da an der Tafel?“ Alle Kinder schauen. Auch Frau Fröhlich blickt erstaunt zur Tafel. Da beginnt Nina zu lesen:

 

Der Osterhas, der Osterhas

versteckt  die Eier im grünen Gras.

Doch manchmal auch oh weh, oh weh,

liegen die Eier im kalten Schnee.

 

Den Kindern ist das jedoch egal.

Sie suchen die Eier auch mit dickem Schal.

Und wenn sie welche finden , ganz schick und bunt,

landen die Eier ganz schnell im Mund.

 

Als Nina mit Hilfe Frau Fröhlichs den Text vorgelesen hat, ist es ganz still in der Klasse. Till flüstert leise: „Das ist ein schönes Gedicht.“ „Bestimmt haben das uns die Minimas geschrieben“, bemerkt Paul. „Ja, das Gedicht haben uns die Minimas geschrieben. Bestimmt wollten sie uns damit eine Freude machen“, sind sich die Kinder einig.

Hinter dem Schrank aber lachen sechs Kobolde vor Freude. Diese Überraschung ist ihnen geglückt.

 

Alle Geschichten unter der Rubrik „Neues von den Minimas“ findet ihr auch auf den Lehrerseiten.

 

 

Mit dem Gedicht fing alles an

Schlagwörter

, , , ,

Über mein neuestes Buch „Mach´s gut, mein Jung“ habe ich schon einiges geschrieben. Wie alles begann, habe ich bisher aber noch nicht veröffentlicht.

Begonnen hat alles vor etwa vier Jahren bei einem Spaziergang am Strand. Ich habe in dieser Abgeschiedenheit und Ruhe darüber nachgedacht, wie man Kindern erklären kann, dass jemand gestorben ist. Religiös erzogene Menschen haben damit weniger Probleme. Ihr Glauben gibt ihnen Antwort auf die meisten Fragen. Doch was sagt man Kindern, die ohne religiöse Bindungen aufwachsen?

Diese Fragen haben mich zu dem Gedicht inspiriert:

Opa ist tot

Opa ist tot.

Er ist von uns gegangen.

Oma sagt: Er ist im Himmel und schaut auf mich herab.

 

Opa ist tot.

Er ist erlöst worden.

Mama sagt: Er ist in meinem Herzen.

 

Opa ist tot.

Er ist eingeschlafen.

Papa sagt: Er lebt in meinen Erinnerungen weiter.

 

Opa ist tot.

Er ist gestorben.

Mein Freund sagt: Er liegt auf dem Friedhof. Dort kann ich ihn besuchen.

 

Opa ist tot.

Er schaut auf mich herab.

Er ist in meinem Herzen.

Er lebt in meinen Erinnerungen weiter.

Er liegt auf dem Friedhof. Dort kann ich ihn besuchen.

 

Einige Jahre später habe ich dieses Gedicht wieder hervorgekramt und entstanden ist die Geschichte von Paul und daraus das Buch „Mach´s gut, mein Jung„.

Kerzenexperimente

Schlagwörter

, , ,

Gespannt folgen die Minimas dem Unterricht der Klasse. Frau Fröhlich hat heute eine dicke Metallplatte, Kerzen und Streichholzschachteln mitgebracht. Was will sie wohl machen? Eigentlich sind Feuer und Kerzen in der Schule doch verboten. Das wissen sogar die Kobolde.

Doch Frau Fröhlich zeigt den Kindern genau, wie man eine Kerze anzündet. Dann erklärt sie, wie gefährlich eine brennende Kerze sein kann. Auch die Kinder wissen schon, dass man mit Feuer nicht spielen und Kerzen niemals brennend allein lassen darf. Die Lehrerin zeigt, wie man Kerzen richtig löscht und holt dazu einen Kerzenlöscher hervor. So ein Ding haben die Minimas noch nie gesehen. Auch viele Kinder kennen den Kerzenlöscher nicht.

Dann spricht die Klasse über die Gefahren des Feuers und die Minimas staunen, was die Kinder schon alles wissen. Als es klingelt, verlassen die Schüler mit Frau Fröhlich den Klassenraum. Die Lehrerin hat alle Kerzen gelöscht und auf der Metallplatte stehen gelassen.

Darauf haben die Kobolde nur gewartet. „Ich will auch eine Kerze anzünden“, ruft Pico. „Ich auch!“ „Ich auch!“ Die Minimas schreien laut durcheinander. „STOP!“, ruft Geos, „O.K. Ich zeige euch noch einmal, wie das geht.“ Vorsichtig nimmt er einen Streichholz aus der Schachtel und reibt ihn von seinem Körper weg an der Reibefläche. Wie von Zauberhand beginnt der Streichholz zu brennen. Dann zündet der Kobold vorsichtig die Kerze an. Pico holt schon Luft und will die Kerze wieder ausblasen. Doch Geos hält seinem Freund den Mund zu. „Nicht pusten!“, ermahnt er ihn, „ Frau Fröhlich hat gesagt, man soll einen Kerzenlöscher nehmen.“ Dabei gibt er Pico den Kerzenlöscher in die Hand. Voller Stolz löscht Pico damit die Kerze. Jetzt sind die anderen Minimas nicht mehr zu halten. Auch sie wollen eine Kerze anzünden und mit dem Kerzenlöscher löschen. So probieren sich die Kobolde der Reihe nach unter dem wachsamen Auge von Geos im Anzünden und Löschen der Kerze aus.

Kennst du einen Kerzenlöscher? Hast du schon einmal eine Kerze angezündet? Warum darfst du nicht ohne Aufsicht Streichhölzer oder Feuerzeuge benutzen?

Alle Geschichten unter der Rubrik „Neues von den Minimas“ findet ihr auch auf den Lehrerseiten.

Mein drittes Buch ist da!

Schlagwörter

, , , ,

Bisher habe ich mit den Minimas Koboldgeschichten erdacht, die kurz und knapp aus dem Schulleben berichten. Natürlich werden darin auch Erlebnisse verarbeitet, die meiner Lebenswelt entsprechen.

In dem Buch „Reset … und Neustart“ thematisierte ich meine Vorstellungen und auch Ängste von einer Zukunft, die nur noch von digitalen Medien lebt. Meine Liebe zu Büchern, die man anfassen, riechen, fühlen kann, verarbeitete ich in der Geschichte.

Die Entstehung des dritten Buches hat eine längere Geschichte. In ihr geht es um das Tabuthema Tod. Eigentlich hatte ich nie vor, sie zu veröffentlichen. Aber mit den Schülern meiner dritten Klasse hatte ich ein solch emotional tolles Verhältnis, dass ich mich entschloss, die Geschichte gemeinsam zu lesen. In dem Beitrag

„Man muss über alles reden“

habe ich bereits davon berichtet. Das positive Feedback hat mich dann doch bewogen, die Veröffentlichung zu wagen. Unterstützt wurde ich bei diesem Projekt von meinen Schülern, die die Bildgestaltung übernahmen. (Übrigens finden sich die Namen der Künstler in alphabethischer Reihenfolge auch im Impressum wieder) Als Ergebnis der Diskussion mit den Kindern und Eltern änderte ich noch den Buchtitel. Das Coverbild entstand wieder in Zusammenarbeit mit meinem Mann und ich bin richtig stolz darauf.

Ja, und nun ist es da: mein drittes Buch. Ich hoffe, es gefällt – soweit man bei diesem Thema davon sprechen kann. Es soll eine Anregung sein und neben der privaten Nutzung kann ich mir eine Nutzung im Unterricht gut vorstellen. (Meine Erfahrungen bestätigen das)

Auf den Lehrerseiten befinden sich wieder Handreichungen für die Umsetzung im Unterricht.