Wir wollen Farbe

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Seit einigen Tagen sind die Kinder wieder in der Schule. Die Herbstferien sind vorbei. Nachdem die Schüler von ihren Erlebnissen berichtet hatten, stellte sich schnell wieder der Schulalltag ein. Mit zunehmender Dunkelheit und schlechtem Wetter kommen die Kinder immer unmotivierter in die Klasse. Nicht selten setzt sich ein Kind an seinen Platz und döst weiter vor sich hin, bis es sich mit Stundenbeginn widerwillig von seinem Platz erhebt. Im Unterricht gähnen die Schüler um die Wette. Und obwohl Frau Fröhlich sich um das Verbreiten guter Laune sehr bemüht, scheint der Funke auf ihre Klasse nicht übergreifen zu wollen.

Auch die Minimas lassen sich von diesem Trübsinn anstecken. Morgens kommen sie schwer  aus ihren Federn und selbst der Unterricht von Frau Fröhlich begeistert sie kaum. Am liebsten trödeln sie vor sich hin und warten auf das Ende des Tages, um mit der ersten Dunkelheit wieder in den Betten zu verschwinden. Die Kobolde haben es gut: Sie haben keine Verpflichtungen. Sie müssen nicht zur Schule gehen, sie wohnen ja in ihr. Sie machen keine Hausaufgaben und müssen nicht Gedichte oder Grundaufgaben lernen.

Geos beobachtet das Verhalten seiner Freunde mit wachem Auge. Was ist aus den Kobolden geworden? Kein Toben, kein Lärmen, keine Streich spielen kann er erkennen. Inzwischen würde er sich sogar über einen handfesten Streit zwischen den Minimas freuen. Was kann er da machen? Nach einiger Überlegung hat er eine Idee: Schnell ruft er die Kobolde zusammen. „Ich habe einen Brief an Frau Fröhlich und die Klasse geschrieben.“ Die Minimas glauben sich verhört zu haben. „Was hast du getan?“ fragen sie ungläubig. „Du sagst doch immer, wir müssten unerkannt hier leben und kein Mensch darf von uns erfahren!“, schreit Spurti seinen Freund fast an. Geos zupft seine große Brille zurecht und schaut die Minimas der Reihe nach an. Sein Blick wandert von Pico zu Plapps, von dort zu Pop und Kniffel und bleibt etwas länger bei Spurti hängen. „Du hast ja recht“, wendet er ein, „aber so geht das nicht weiter.“ „Was geht nicht weiter?“, mischt sich jetzt Plapps ein. „Na, diese Trostlosigkeit, diese Trägheit und Lustlosigkeit …“ „Wer ist lustlos oder träge?“, ruft Spurti dazwischen und wie um seine Worte zu bestätigen, hüpft er von einem Bein auf das nächste. „Na ihr seid träge und faul“, wendet Geos ein. „ Und die Schüler sind es auch“, fügt er schnell hinzu. Nun sind die anderen Kobolde sprachlos. Plapps findet als erster wieder Worte: „Die Kinder sind im Moment sehr faul und träge. Frau Fröhlich kann sie nicht mehr begeistern. Und dabei gibt sie sich immer so viel Mühe.“ „Aber ich bin nicht träge“, ruft Spurti und flitzt um seine Freunde herum. „Doch Spurti, auch ihr seid in letzter Zeit träge und faul. Am Anfang war das ja sogar erholsam. Aber so wie es ist, geht es nicht weiter. Darum habe ich den Brief geschrieben.“ Geos macht eine lange Pause. „Nun lies ihn mal vor!“, fordert nun Plapps.

Geos beginnt:

Liebe Frau Fröhlich, liebe Kinder,

wir leben mit euch in diesem Klassenraum und finden, dass etwas geschehen muss. Draußen ist es trübe und dunkel. Im Moment ist es auch bei uns im Klassenraum dunkel und trübe. Da habt ihr keine Lust zum Lernen und auch uns gefällt das nicht. Wir wünschen uns wieder Farbe und Freude in der Schule. Könntet ihr nicht neue Fensterbilder malen mit bunten Farben oder lustige Bilder aufhängen …

„… oder lustige Lieder singen?“, fällt Pop Geos in das Wort.

… oder lustige Lieder singen? Wir würden uns sehr freuen. Vielleicht habt ihr dann auch mehr Freude am Lernen.

Mit lieben Grüßen

Eure Minimas

„Das hast du aber toll gemacht“, schwärmt Pico, „Ich werde auch gleich bunte Bilder malen.“ „Und dabei singen wir ein Lied“, fügt Pop hinzu. „Wie wäre es mit einem Märchen, dass ich euch vorlese?“, fragt Plapps. „Und ich könnte euch Knobelaufgaben stellen“, meint Kniffel. „Und wenn wir uns erholen müssen von diesen ganzen schweren Sachen“, ruft Spurti dazwischen, „machen wir zusammen ein bisschen Sport.“ Geos schaut seine Freunde an und schmunzelt. Er ist wieder einmal stolz auf sie.

Wollen wir in unseren Klassenraum auch Farbe bringen?

Alle Geschichten unter der Rubrik „Neues von den Minimas“ findet ihr auch auf den Lehrerseiten.

 

Die Fensterputzer kommen

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Es sind Herbstferien. Die Schule ist verweist und unbelebt. Die Klassenräume sind leer und ein wenig trostlos. Auch im Raum von Frau Fröhlich erinnert nichts an das rege Treiben in der Schulzeit. Die Minimas toben durch die Gänge und genießen es, sich nicht verstecken zu müssen. Doch wenn die Kobolde von ihrem Treiben in „ihren“ Klassenraum zurückkommen, empfängt sie ein tristes, kühles Zimmer.

„Es ist so kühl und gar nicht mehr bunt hier drin“, mault Pico. Mit seinen lustigen Farben malt er dabei auf einem großen Blatt einen Drachen.  In dem Moment öffnet sich die Tür des Klassenzimmers. Pico kann sich gerade noch hinter dem Schrank verstecken. Vor Schreck hat er aber seinen Drachen liegen lassen. In den Klassenraum kommt ein Mann mit einer grauen Latzhose. In seiner Hand hat er einen roten Plastikeimer voll Wasser und einen Lappen. Der Mann geht zu einem Fenster. Dabei fällt sein Blick auf den Drachen, den Pico gerade gemalt hat, und dessen Farbe noch immer nicht getrocknet ist. Der Mann geht zu dem Bild, schaut sich um und ruft: „Herbert!“, „Herbert!“ Als keine Antwort zu hören ist, nimmt er das Bild und verlässt den Klassenraum.

Pico schaut ihm entsetzt hinterher. „Das ist mein Bild. Der hat mein Bild geklaut“, voller Wut schreit der Kobold so laut, dass Spurti aus dem Versteck kommt. „Was ist denn los?“, fragt er seinen Freund. „Der hat mein Bild geklaut“, schluchzt der kleinste Minimas. „Wer hat dein Bild geklaut? Wir sind doch die einzigen Kobolde hier in der Schule“, erklärt Spurti. „Na der, der den Eimer da hingestellt hat…“, antwortet Pico und schon ist er an dem roten Eimer, der noch immer auf einem Tisch vor dem Fenster steht. Nun wird Spurti neugierig. Er folgt seinem Freund und bestaunt das Plastikteil. Dann fällt sein Blick auf die Fenster und er fängt an zu lachen. Pico ist entsetzt: „Was gibt es denn da zu lachen?“ Spurti beugt sich zu Pico hinunter, legt den Arm um dessen Schulter und erklärt: „Das ist der Fensterputzer.“ Mit leiser Stimme erklärt er weiter: „In den Ferien, wenn kein Unterricht stattfindet, kommen die Fensterputzer und putzen die Fenster. Darum hat Frau Fröhlich vor den Ferien auch die Fensterbilder abgenommen. Wenn die Ferien vorbei sind, sind die Fenster wieder schön sauber und die Kinder und die Lehrerin freuen sich.“  „Aber die Fenster sind doch gar nicht schmutzig.“ Schon ist Pico vor dem Fenster und presst seine Nase an das Glas. „Ich kann alles sehen“, ruft er dabei. „Ja, so sind die Menschen. Sie putzen gern und sind erst zufrieden, wenn alles glänzt“, murmelt Spurti vor sich hin. Da wird Pico lebendig. „Wenn dieser Fensterputzer die Fenster putzen will, soll er etwas zu tun haben. Außerdem hat er mir mein Bild geklaut“, fügt Pico bockig hinzu. Mit einem Schwung hat er dabei seinen bunten Pinsel über das Glas gefegt, sodass nun ein bunter Regenbogen auf dem Glas schimmert. Das sieht Spurti und schon ist sein Koboldwesen in ihm erwacht. Er reißt Pico den Pinsel aus der Hand, flitzt zum zweiten Fenster und malt ein riesengroßes Mondgesicht. Pico schnappt sich daraufhin einen neuen Pinsel, malt Augen und  Nase hinein. Spurti fügt einen roten  Mund dazu. „Na, warte“, ruft der kleinste Kobold und schon streckt das Mondgesicht eine große Zunge aus seinen roten Mund. Nun beginnt ein richtiger Wettbewerb zwischen den beiden Minimas. Jeder malt lustige Mondgesichter auf die Fenster. Dabei ist es ihnen egal, dass ein großer Teil der Farbe auf die Fensterbretter und den Boden kleckst. Die beiden stacheln sich gegenseitig an und treiben es immer heftiger.

In dem größten Treiben öffnet sich die Tür. Pico und Spurti machen sich schnell unsichtbar und verstecken sich unter einem Schultisch. „Was ist denn hier los?“ Der Fensterputzer bleibt an der Tür stehen und schüttelt den Kopf. Ein anderer Mann, mit der gleichen grauen Latzhose an und ein Kollege, steht neben ihm und meint: „ Was hast du denn da gemacht. Mensch, da haben wir ja noch mehr zu tun.“ „Ich, ich habe gar nichts gemacht“, stammelt der Fensterputzer. „Na, dann waren es bestimmt die Schulkobolde“, antwortet kopfschüttelnd sein Kollege.

Pico und Spurti lachen in ihrem Versteck und können sich kaum halten. „Wenn der wüsste…“, bringt Spurti zwischen den Lachsalven hervor.

„An die Arbeit! Wir haben hier echt zu tun, du Scherzkeks“, fordert der zweite Fensterputzer seinen Kollegen auf. Dieser legt Picos Drachenbild auf einen Schultisch, schnappt sich seinen Eimer und beginnt widerwillig mit dem Putzen des ersten Fensters. Sein Kollege hilft ihm und schnell haben sie das Chaos beseitigt.

Mit Schadenfreude und etwas Stolz beobachten die Kobolde die Arbeit der Männer. Pico ist besonders glücklich, als die beiden Fensterputzer nach ihrer Arbeit den Klassenraum verlassen und sein Bild auf dem Schultisch vergessen.

Die Kobolde haben in den Ferien den Fensterputzern einen Streich gespielt. Hast du auch jemanden einen Streich gespielt?

Der Fensterputzer hatte das Pech, an die Kobolde zu geraten. Ist dir in den Ferien ein Missgeschick passiert?

Alle Geschichten unter der Rubrik „Neues von den Minimas“ findet ihr auch auf den Lehrerseiten.

Neues von den Minimas

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Kurz vor den Herbstferien hatte ich eine Begegnung mit einer sehr netten Kollegin:

Bei einer Veranstaltung wurde mir durch eine gemeinsame Bekannte eine Kollegin vorgestellt, die mich gleich mit den Worten begrüßte: „Ach das ist die Autorin der Minimas. Wann kommt das nächste Buch? Meine Kinder (so bezeichnet wohl jeder Grundschullehrer seine Schüler) wollen immer wieder neue Geschichten hören. Ich muss mir schon selbst immer wieder etwas einfallen lassen.“ Dabei strahlten mich zwei Augen aufgeschlossen an und gewannen sofort meine Sympathien.

Sicher kennt das jeder, dass es Menschen gibt, die einem sofort sympathisch sind und deren Offenheit man wenig entgegenzusetzen hat. Mir ging es genau so. Ich war erst einmal sprachlos und stammelte etwas von „sehr kostenintensiv“, „eigentlich nicht geplant“, „einige Geschichten auf Lager“. Da wir nur kurz Zeit vor Beginn der Veranstaltung hatten, blieb mir eine ausführliche Erklärung erspart.

Aber wie das so ist: der Samen war gelegt und fiel auf doch recht fruchtbaren Boden: So grübelte ich, wie ich dieser Kollegin etwas Gutes tun könnte. Natürlich schmeichelten mich ihre Worte auch ein wenig. Und einige Geschichten schlummern noch in meinem Laptop und schwirren schon in meinem Kopf herum. Aber:

Eine Fortsetzung in Form eines Buches habe ich schon vor einiger Zeit verworfen. So ein Buch mit den Illustrationen ist sehr kostenintensiv. Einmal kann man sich das in Absprache mit der Familie schon einmal gönnen. Ich habe hier ja schon einmal thematisiert, dass ich die Veröffentlichung der Minimas als Geschenk zu meinem 50. Geburtstag und unserer Silberhochzeit von meinem Mann betrachte. Und solche Geschenke jährlich übersteigen dann doch unser Budget. Also was tun?

So kam ich auf die Idee, eine Fortsetzungsreihe hier auf meiner Homepage zu beginnen: In loser Folge werde ich also die Minimas zum Leben erwecken und weitere Abenteuer entwickeln. Ich hoffe, dass ich so der besagten Kollegin und vielleicht einigen anderen helfen kann, die Kobolde in weiterführenden Klassen in den Unterricht zu integrieren. Vielleicht haben auch andere Leser Spaß und Freude an den Fortsetzungen.

Damit die Abenteuer vielseitig werden, habe ich die Idee, euch, meine lieben Leser aufzufordern, mich dabei zu unterstützen. Wenn ihr Ideen habt, welche Abenteuer die Kobolde erleben könnten oder zu welchen Inhalten die Geschichten hinführen sollten, schreibt mir doch!

 

Es können kurze Stichworte, Überschriften oder auch ganze Geschichten sein, die ich gern verwenden oder auch veröffentlichen möchte.

Jetzt weiß ich wieder, warum ich Kinderbücher schreibe

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Das Kleinkunstfestival ist vorüber. Drei Tage voller „Kleinkunst“, Begegnungen und lachender Gesichter.

An zwei Tagen durfte ich Teil dieser Akteure sein und meine Bücher dem Publikum, in meinem Fall hauptsächlich Kinder, vorstellen.

Am Samstag, um 17 Uhr, las ich aus meinem neueren Buch „Reset … und Neustart“. Besonders hat mich bewegt, als ein erwachsener Zuhörer am Ende der Veranstaltung zu mir kam und meinte: „Danke schön. Es war auch für mich sehr schön zuzuhören. Machen sie weiter!“ Das ging natürlich runter wie Öl und motiviert mich auch weiterhin, trotz aller Problemchen, meinem Hobby zu frönen. Aber auch die kleineren Zuhörer, die bis zum Schluss zuhörten, gingen beim Vorlesen mit und fieberten sichtlich mit Lou, der Protagonistin in dem Buch.

 

Am Sonntag, um 15 Uhr, wurden dann die Minimas wieder zum Leben erweckt. Die kleinen Kobolde schlichen durch die Räumlichkeiten des alten E-Werkes und fühlten sich in diesem Gemäuer mindestens genau so wohl wie die vielen Besucher.

        

      

In meinem letzten Beitrag habe ich mich bereits bei den Veranstaltern bedankt, möchte den Beitrag aber nicht beenden, um nochmals das Engagement der jungen Leute zu erwähnen.

Egal, ob ich im nächsten Jahr aktiv dabei sein werde, ich freue mich schon jetzt auf das Wochenende, an dem Brandenburg zeigt, dass hier doch einiges los ist.

Ich bin stolz ein Brandenburger zu sein

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„Es gibt Länder, wo was los is
Es gibt Länder, wo richtig was los ist und es gibt
BRANDENBURG BRANDENBURG …“

Wer kennt es nicht, das Brandenburg-Lied von Rainald Grewe? Und als waschechter Brandenburger kann ich auch über diese Klischees schmunzeln.

„Kein Wunder, dass so viele von hier weggehen.
Aus BRANDENBURG.“

Aber es gibt auch die anderen, die, die wiederkommen. Und sie kommen nicht nur wieder, sie machen etwas. Sie bieten mit ihrem Kleinkunstfestival Künstlern der Umgebung eine Plattform. Sie beweisen jedes Jahr aufs Neue:

In Brandenburg ist etwas los,

mehr als man erwartet und oberflächlich sieht.

Viele Leute, die gegangen sind, finden den Weg zurück.

 

 

Ich bin wieder einmal begeistert, wie das Team des Kleinkunst Brandenburg e.V. es geschafft hat, so viel Kleinkünstler ohne großes Budget unter einen Hut zu bringen.

Ein großes Dankeschön an diese tollen jungen Menschen, die es verdient haben, auch namentlich genannt zu werden: Madelaine Böhm, Dirk Ehlert, Stephanie Drömer, Andreas Bergmann, Jana Grycek, Ilja Hübner, Norman Nieß, Uta Schröder und die vielen freiwilligen Helfer.

 

Die Hauptlokation, das alte E-Werk, war hervorragend geeignet und wurde liebevoll für alle Akteure vorbereitet. Wer in den drei Tagen durch die Flure und Räume der Industrieruine schlenderte, spürte den Elan und die Freude an der Kleinkunst aus unserer Gegend.

Ebenso erstaunt mich auch immer wieder, welche Vielfalt an kulturellen Schätzen es hier gibt. Das Festival bietet eine Plattform. Es ist erfrischend, weil es keinen kommerziellen Charakter hat und sich so nicht diesen Zwängen beugen muss.

Es ist aber auch schön zu sehen, wie viele Familien, Jung und Alt die Angebote besuchen und sich auf die Vielfalt einlassen. Natürlich gefällt nicht jedem alles gleich gut, aber das ist auch nicht das Ziel. Es geht um Begegnung, um ein Miteinander, um Toleranz. Damit ist dieses Festival ein wesentlicher Gegenpol zum allgemeinen Gemecker, der Frustration in der Gesellschaft.

Darum nochmals: Dankeschön für das schöne Wochenende.

Ich bin stolz ein Brandenburger zu sein.

 

 

Zwei Lesungen an zwei Tagen

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Wie bereits berichtet, findet in diesem Jahr in der Zeit von 29.09. bis 1.10. das Heimwerts Kleinkunstfestival in Brandenburg an der Havel unter dem Motto „Stromaufwärts“ statt.

In diesem Jahr darf ich gleich mit zwei Lesungen teilnehmen:

Am Samstag, den 30.September, stelle ich um 17.00Uhr mein neues Buch „Reset … und Neustart“ vor. Ich bin gespannt, ob Kinder ab 10 Jahre, Jugendliche und interessierte Erwachsene den Weg in das Obergeschoss im alten E-Werk finden. Auf jeden Fall freue ich mich über jeden Zuhörer und bin schon auf die Reaktionen gespannt.

Am Sonntag, den 1. Oktober, darf ich wieder aus meinem Kinderbuch „Mit den Minimas durch das erste Schuljahr“ vorlesen. Nach den noch immer wirkenden Eindrücken der Lesung im letzten Jahr, freue ich mich schon sehr auf die kleinen Zuhörer. Wer noch einmal etwas von der Atmosphäre der Lesung im vergangenen Jahr einfangen möchte, kann noch einmal in meinem Artikel „Ich war dabei“ die Stimmung erleben.

Besonders erwartungsvoll fiebre ich der neuen Lokation im alten E-Werk entgegen.

Das gesamte Programm des Festivals, das wirklich für (fast) jeden etwas Passendes bereit hält, findet man unter:

Programm des Heimwerts Kleinkunstfestivals

2017 hEimWeRTs-Kleinkunstfestival

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Das Motto des diesjährigen Festivals ist veröffentlicht: Stromaufwärts

Auf der Homepage kann man dazu lesen:

„Wer dem Weg stromaufwärts folgt – vom Interkulturellen Zentrum gestartet, vorbei am Slawendorf und schließlich zum alten E-Werk – erlebt ein Wochenende lang, was sonst zu Hause schlummert. An drei Tagen hüllen Literaten, Maler, Musiker, Schauspieler, Performer und Poeten diese Stadt in eine unvergessliche Atmosphäre. Wir laden euch ein mittendrin und dabei zu sein!“

Mir fällt bei Stromaufwärts spontan ein: gegen den Strom, gegen die Strömung, gegen den Wind…

Ich denke, dass das tolle Metaphern sind. Denn was machen an diesem Wochenende verschiedenste etwas verrückte Leute? Sie engagieren sich, sie motzen nicht und lassen sich nicht von negativen Stimmungen herunterziehen. Nein!

Sie unternehmen etwas für die Kultur – eine Kultur, die kein oder wenig Geld kosten soll und damit alle erreichen kann, die es wünschen. Eine Kultur im Kleinen aus der Großes erwachsen kann: ein Gefühl der Verbundenheit, ein Gefühl der Liebe für das, was sie tun, und diese Stadt, diese Region.

Ich wünsche mir daher eine rege Teilnahme für alle Künstler, die Veranstalter und auch für die Gäste.

Übrigens findet das Festival vom 29.09. bis 1.10.2017 statt. Ich würde mich freuen, den einen oder anderen zu sehen.

 

Ein Dankeschön an alle Partner/ Partnerinnen von Lehrern/Lehrerinnen

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Heute möchte ich einmal allen Partnern/ Partnerinnen von Lehrern/Lehrerinnen im Allgemeinen und meinem lieben Mann im Speziellen Danke sagen. Warum? Weil das Leben mit unserer Spezies kein Zuckerschlecken ist. Darum …

  • Danke für das offene Ohr, das ihr täglich habt, wenn wir von einem gestressten Schulalltag, von Erlebnissen überquellend, euch mit unserem Wortschwall überfahren.
  • Danke für das Verständnis, wenn uns am gemütlichen Sonntagnachmittag plötzlich eine neue Idee für die nächste Woche kommt, die wir natürlich sofort vorbereiten müssen.
  • Danke für das Lächeln, wenn wir bei IKEA oder im Supermarkt den Korb vollpacken mit Schachteln, Regalteilen oder Lernspielzeug.
  • Danke für die Offenheit, mit der ihr den Kindern begegnet, die uns beim Einkaufen oder Schwimmbad lautstark mit „Hallo“ so laut begrüßen, dass auch jeder weiß, wie man heißt und wer man ist.
  • Danke für die Höflichkeit, mit der ihr Eltern begegnet, die weniger höflich unsere Geduld auf die Probe stellen, wenn wir eigentlich nur ein Eis essen wollten.
  • Danke für das Glas Wein, dass nach einer Elternversammlung oder einem Tag voller Elterngespräche am Abend gut gekühlt auf uns wartet.
  • Danke dafür, dass ihr unsere Selbstzweifel zerstreut, so dass wir jeden Tag wieder den Kindern und Eltern gegenübertreten können.
  • Danke für das gemeinsame Basteln, Schneiden, Nägel einschlagen, Werkzeug suchen, Ideen sammeln und Rat geben.

Ich bin froh, dass ich einen solchen Partner an meiner Seite habe und wünsche jedem Lehrer oder jeder Lehrerin das Gleiche.

Abschied

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Ich seh´ euch noch so vor mir sitzen,

voll Neugier,

gespannt bis in die Zehenspitzen.

Die Augen mal ängstlich, mal weit aufgerissen,

auf den Lippen ein Lächeln,

mal verschmitzt, mal verbissen.

 

Kinder, wie die Zeit vergeht,

was haben wir nicht alles erlebt:

Rechnen, Schreiben, Lesen – na klar;

Und Sport, der immer euer Liebstes war.

 

Der Wackelzahn, die erste Zahnspange,

vergessene Hausaufgaben, da wurde euch bange.

Doch haben wir auch gelacht und gescherzt,

Gedichte geschrieben, die erweichen das Herz.

 

Was bleibt mir zu wünschen? Was bleibt mir zu sagen?

Bleibt neugierig, stellt weiter die wichtigen Fragen!

Behaltet die Freude an Schule und Sport

Und bedenkt: Ich bin ja nicht gänzlich fort.

 

Dankeschön euch kleinen „Quälgeistern“.

Dankeschön den lieben Eltern.

Danke für 3 schöne Jahre.

 

 

Ein neues Märchen vom kleinen und dem großen Klaus

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Die neue Besoldungsverordnung des Landes Brandenburg für Lehrer hat mich zu folgendem Märchen inspiriert

Ein neues Märchen vom kleinen und dem großen Klaus

Es waren einmal zwei Brüder. Beide erlernten den Beruf des Baumschullehrers. Der kleine Klaus wurde Meister für kleine Bäumchen. Voller Liebe widmete er sich dem Pflanzen und  Pflegen der kleinen Setzlinge. Dem großen Klaus gelang es besser mit den großen, schon etwas gewachsenen Bäumen umzugehen.

Beide arbeiteten für einen Baumschulminister. Der kleine Klaus pflegte 4 Jahre die jungen kleinen Bäumchen in der Grundbaumschule. Er  gab ihnen die besten Voraussetzungen, um einmal große starke Bäume zu werden. Nach den 4 Jahren kamen die Bäume zum großen Klaus in eine Oberbaumschule, wo sie 6 Jahre gepflegt und gehegt wurden, bis sie selbstständig ihren Platz im Leben finden konnten.

Der kleine und der große Klaus verdienten natürlich ihr Geld mit der Arbeit. Da der große Klaus die großen Bäume hegte, bekam er etwas mehr als der kleine Klaus. Aber beide liebten ihre Arbeit sehr und waren zufrieden.

Eines Tages kam ein neuer Baumschulminister, der die Baumschulen übernahm. Er machte alles anders. Von nun an blieben die Bäumchen nicht mehr 4 sondern 6 Jahre in der Grundbaumschule. Erst dann  gingen sie für 4 Jahre in die Oberbaumschule. „Wie soll ich diese Arbeit schaffen?“, fragte der kleine Klaus. „Kein Problem“, antwortete der neue Baumschulminister, der sehr weise war, „der große Klaus kommt zu dir in die Grundbaumschule und zusammen pflegt ihr die Bäumchen 6 Jahre lang. Und weil ich eure Arbeit schätze, bekommt der große Klaus ab sofort 2 Goldtaler und du bekommst 1.“

Der kleine Klaus dachte darüber gar nicht weiter nach. Er freute sich mit dem großen Klaus zusammen zu arbeiten. So pflanzte der kleine Klaus weiter seine Bäumchen, pflegte die Setzlinge und freute sich 4 Jahre an seiner Arbeit. Der große Klaus übernahm dann die Bäume und pflegte sie die restlichen 2 Jahre, bis sie in die Oberbaumschule kamen. Mit der Zeit  lernte der kleine Klaus den Umgang mit den großen Bäumchen. Da er mit den kleinen zarten Setzlingen umgehen konnte, gelang ihm auch das Schneiden und Stutzen der großen. Der große Klaus aber half seinem Bruder nicht beim Einpflanzen. „Ich habe gelernt, wie man mit den größeren Bäumen umgeht. Die kleinen Bäumchen sind mir noch zu zart und zerbrechlich.“  So kam es, dass im Verlauf der Zeit der kleine Klaus sich um alle Bäumchen 6 Jahre lang kümmerte. Der große Klaus wagte sich langsam, sehr langsam auch an Bäumchen, die 3 oder 4 Jahre alt waren. Aber einpflanzen wollte er sie nie.

So lebten beide viele Jahre in Eintracht miteinander. Ab und zu kam dem kleinen Klaus der Gedanke, dass es doch ungerecht sei, dass er immer noch nur einen Goldtaler, sein Bruder aber 2 Goldtaler bekam. Aber der weise Baumschulenminister sagte dann: „Ich habe kein Geld. Ich kann dir nicht mehr Taler geben. Dein Bruder hat gelernt, mit den großen Bäumen umzugehen. Er bekommt darum einen Taler mehr.“

Mit der Zeit baute der Baumschulminister seine Baumschulen aus. Immer mehr Bäume sollten eingepflanzt und gepflegt werden. Der kleine und der große Klaus arbeiteten Tag und Nacht aber die Arbeit war nicht mehr zu schaffen. Da hatte der Baumschulminister eine großartige Idee: „Ich stelle neue Baumschullehrer ein.“ Aber keiner im Lande wollte diese schwere Arbeit machen. Aber auch hierfür fand sich schnell eine Lösung: „Jeder neu Baumschullehrer, der aus der Oberbaumschule in die Grundbaumschule kommt, erhält ab sofort 3 Goldtaler. Und weil es sonst ungerecht ist, bekommt der große Klaus auch einen Goldtaler mehr.“ Da hörte der kleine Klaus auf: „Warum bekommen die neuen Baumschullehrer der Oberbaumschule und der große Klaus 3 Goldtaler und ich nur einen? Wir machen doch die gleiche Arbeit und ich bin doch der einzige, der die kleinen Bäumchen einpflanzt und die erste Zeit pflegt. Ich habe Erfahrung und weiß, wie man mit den kleinen zarten Setzlingen umgeht.“ Aber auch darauf hatte der Baumschulminister eine Antwort: „Du, kleiner Klaus, für dich reicht mein Geld nicht. Es kostet mich schon so viel Geld, den anderen 3 Goldtaler zu geben.“

Und so arbeitet der kleine Klaus noch heute eifrig für einen Goldtaler, während die anderen Baumschullehrer 3 Goldtaler erhalten. Und wenn sie nicht gestorben sind, …

Dazu einige Fakten:

  • Lehrer mit einer Ausbildung für die Sekundarstufe 1 erhalten ab 1.08.2017 auch in der Grundschule in Brandenburg die Besoldungsstufe A 13
    • d. h. auch Lehrer mit der Fächerkombination Staatsbürgerkunde oder Russisch oder einem Fach, das nicht in der Grundschule benötigt wird, erhalten diese.
  • Lehrer mit einer Ausbildung nur für die Primarstufe bleiben in ihren Besoldungsstufen A11 oder A12
    • d. h. Lehrer, die für die Schulform Grundschule die fachlichen Voraussetzungen erworben haben, bekommen für die gleiche Arbeit 1 bzw. 2 Gehaltstufen weniger.
  • Im von der SPD und CDU regierten Mecklenburg- Vorpommern und im von einem Linken regierten Thüringen wurde die Ungerechtigkeit der Besoldung der ehemaligen Unterstufenlehrer bereits erkannt und behoben. Dort erhalten alle Lehrer der Primarstufe die A12.

Warum ist das nicht im SPD regierten Brandenburg möglich? Warum werden hier diese Lehrer immer wieder vertröstet? Warum ist das Geld für die Aufstockung der Lehrer mit Ausbildung in der Sekundarstufe 1 da, jedoch nicht für eine Angleichung von A11 auf A12? (Eine Angleichung der betreffenden Lehrer von A11 in A12 wäre erheblich kostengünstiger als der Lehrer von A12 in die A13)

Welches Signal wird damit gesetzt?

  • Quereinsteiger und für die Grundschule nicht ausgebildete Lehrer werden finanziell in die Grundschulen gelockt. Lehrer, die didaktische und methodische Fähigkeiten durch ein Studium in der Primarstufe erworben haben, werden bei gleicher Tätigkeit schlechter gestellt und haben wenig Motivation im Land .Brandenburg in der Grundschule zu arbeiten.

Provokant gesagt: Grundschule kann jeder

Wer soll in den kommenden Jahren die Kinder einschulen und ihnen methodisch und didaktisch fundiert das Lesen, Schreiben und Rechnen beibringen?