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Nachdem ich wieder glücklich zu Hause gelandet bin, werde ich natürlich gefragt: „Wie war´s bei der Didacta?“. Ja, wie war´s? So richtig kann ich das gar nicht sagen: Es war auf jeden Fall groß, anstrengend, reizüberflutend.

Schon wenn man morgens gegen 8.30 Uhr in die S-Bahn steigt, begegnet einem ein Menschenknäuel, das man schnell als Pädagogen aller Gattungen ausmachen kann. Woran man das erkennt? Zunächst, dass sie stets in Gruppen zusammen auftreten. Dann ist da noch das freundliche und doch nichtssagende Lächeln, wenn sich zufällig die Blicke kreuzen. Und spätestens, wenn sie sich unterhalten: gut artikuliert, die Worte überlegend und laut. Mir, ehrlich gesagt, zu laut.

Nun mag es sein, dass meine Sinne besonders geschärft waren, schließlich stand ich abseits und allein zwischen all den Gruppen und Grüppchen. Diese Beobachtung wurde während der gesamten Messezeit bestätigt. Pädagogen scheinen nur in Horden aufzutreten. Nur ganz selten erwischt man eine einzelne Person, die aber meist nach kurzer Zeit von einer Begleitung wiedergefunden wird.

Ja und die Messe an sich: ein Stelldichein der Verlage, Möbel- und Spielehersteller und sonstiger Institutionen. Da traf sich die Polizei, Bundeswehr, Verfassungsschutz, Müslihersteller, Gewerkschaften, Tierfutterhersteller, Schulküchen-Catering, Konzerne wie Bosch oder Siemens und und und … Das ganze wird in riesigen Messehallen zusammengewürfelt: ein Duft- und Geräuschemix, dass mich das eine oder andere Mal gezwungen hat, die Außenanlagen aufzusuchen.

Was habe ich mitgenommen? Zunächst wurde ich mit Werbematerial vollgestopft. Aber ich habe erfahren, dass es viele junge Menschen gibt, die sich tagtäglich bemühen, die Bildung im Land voranzubringen. In ihrem Mühen nutzen sie gern alle möglichen Hilfsmittel, Techniken, Ideen. Sie scheinen hoch motiviert. (Es ist wirklich erstaunlich, wie alt man sich zwischen diesen jungen Gesichtern fühlt.)

Dann erfährt man bei solch einer Messe hautnah die scheinbar unüberwindliche Kluft zwischen dem, was möglich wäre, die tägliche Arbeit zu erleichtern und intersessanter zu machen und dem, was man Tag für Tag in der eigenen Schule vorfindet. Allein die Möbel, die es da so gibt: Klassenräume, von denen wir nur träumen können. Dann gibt es Technik und Spiele, die auch mich begeistern. Aber wer soll das bezahlen? Meine „Traumtafel“ zum Beispiel soll rund 5000€ kosten. Ich höre den Schulträger schon sagen: Da gibt es sicher günstigere Modelle.

Und trotzdem: Für mich war das ein unvergessliches Erlebnis, motivierend, anregend und auch Hoffnung machend bei all den jungen Menschen. Nebenbei habe ich mich natürlich auch vom „Messerabatt“ verführen lassen und einige Kleinigkeiten gekauft.

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