Schlagwörter

, , ,

Ab welchem Alter sollte man mit Kindern intensiver über den Tod reden?

Ich staune immer wieder, wie unvoreingenommen, sensibel und interessiert schon jüngere Schulkinder über den Tod sprechen ( … wenn man sie lässt). Ich erinnere mich an meine damalige 1. Klasse. Um die Adventszeit besuchten wir eine Krippenausstellung in unserer schönen Gotthardtkirche. Natürlich haben wir vorher über die Jesusfamilie und die Geburt des Jesuskindes gesprochen. Auch die Verhaltensregeln beim Besuch einer Kirche waren verinnerlicht und neugierig gingen einige meiner Kleinen das erste Mal mit großen Augen in eine Kirche.

Die ausgestellten Krippen waren liebevoll ausgestellt und mit vielen Kleinigkeiten verschönt. Mein Herz ging auf, auch das Herz der meisten Kinder … bis, bis einem Knirps auffiel, dass da ein Toter am Kreuz an der Kirchendecke hängt. Gleich machte diese Entdeckung seine Runde, bis einige Kinder aufgeregt zu mir kamen: „Ist der tot?“ „Hängt da ein echter Toter?“

Nun wollten wir ja eigentlich der Geburt des Jesuskindes gedenken. Ich erklärte daher nur kurz, dass das ein Bildnis, ein Kunstwerk sei und kein echter Toter da hängt. Da die Aufregung jedoch sehr groß war und Diskussionsbedarf bestand, versprach ich, wieder in der Schule angekommen, mit den Kindern näher darüber zu sprechen. So führten wir ein wirklich anregendes Gespräch über die Kreuzigung des Jesus. Als ich dann nebenbei erwähnte, dass daher das Kreuz an und in Kirchen zu finden ist und in vielen christlichen Wohnungen, kam ein Knabe darauf, dass solche Kreuze auch auf Friedhöfen stehen. So kamen wir zum Sterben als Teil des Lebens, den Symbolen und den unterschiedlichsten Erklärungen, die Erwachsene dafür finden.

Dabei viel mir auf, wie schwierig es ist, kindgerecht das auch für Erwachsene oft Unfassbare zu formulieren. Gläubige Menschen (dabei spielt die Art des Glaubens keine Rolle) erklären den Tod mit ihrem Glauben. Je nach Religion gibt es da den Himmel mit dem Gott, die Wiedergeburt, Engel … . In unseren Gebieten, in denen der Glaube nur für wenige , meist ältere Menschen noch eine Rolle spielt, ist das schon schwieriger.

Allein die unterschiedlichsten Ausdrücke für die Tatsache „Er ist tot“. Wir neigen dazu, das Wort Tod oder tot zu umschreiben. Wir sprechen es nicht gern aus. Und je nach Mentalität, eigenen Vorstellungen gibt es verschiedene Erklärungsversuche.

Nun komme ich wieder zu meiner Ausgangsfrage: Ab welchem Alter sollte man mit Kindern intensiver über den Tod reden? Inzwischen sind die Kleinen größer und besuchen die 3. Klasse. Wir kennen uns 3 Jahre und haben ein, denke ich, offenes Vertrauensverhältnis zueinander. Einige Kinder haben inzwischen persönliche Erfahrungen mit dem Sterben machen müssen.

Sollte ich dieses Thema noch einmal aufgreifen?