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Ich weiß, dass mein Projekt zum Thema Tod sehr umstritten war und ist. Aber ich möchte doch einmal meine Erfahrungen dazu mitteilen:

Nachdem wir das Gedicht als Einstieg in die Problematik gelesen und besprochen haben, ging es an das Lesen der Geschichte. In der Umfrage nach dem Lesen äußerten sich alle Schüler positiv. Auch während des Lesens habe ich die Freude und Spannung an der Geschichte gespürt. Äußererungen wie „Der Opa war toll. Ich würde auch gern so einen Opa haben.“ bestätigen dies.

Von meinen 20 Schülern nutzen nur 5 Kinder die Gelegenheit, um mit ihren Eltern über dieses schwierige Thema zu reden. Demgegenüber äußerten 14 Kinder, dass sie es richtig fanden im Unterricht dieses Thema aufzugreifen. Vielleicht ist es leichter mit dem Lehrer darüber zu sprechen und nicht mit den Eltern? Äußerungen wie „Das hilft, vorbereitet zu sein, wenn mal einer stirbt.“ , „Man sollte darüber reden.“, „Man sollte über alles reden.“, „Die Gespräche haben mir geholfen zu verstehen.“ legen diese Vermutung nahe.

Ich will natürlich nicht verheimlichen, dass 3 Kinder unentschlossen waren, ob man über so ein Thema im Unterricht reden sollte und 3 Kinder lehnten es sogar ab. Diese äußerten sich mit den Worten: „Das ist zu hart.“, „Der Tod ist nicht schön.“, „Es ist nicht schön, wenn jemand stirbt.“

Den Begriff Tod/ tot mögen die wenigsten Kinder. Wie auch wir Erwachsenen umschreiben sie die Tatsache lieber mit weniger „harten“ Begriffen. Daher habe ich auch beschlossen, der Geschichte einen anderen Titel zu geben. „Machs gut, mein Jung“ kam bei den Kindern am besten an.

Besonders bemerkenswert fand ich die Atmosphäre während dieser Unterrichtseinheit. Sie war von Respekt, Verständnis und Vertrauen geprägt. Einige Kinder, die zunächst sehr kritisch dem Thema gegenüberstanden, äußerten sich zum Ende eher postiv: „Ich finde es schön, dass ein Verstorbener in meinen Erinnerungen weiterlebt. Diese sind ja schön oder sogar lustig.“

Um den Kindern nach den schwierigen Gesprächen Raum und Zeit für eigene Überlegungen zu geben, habe ich sie viel in freien Gruppen malen, sprechen und das Gehörte verarbeiten lassen. Im Rückblick hat sich das sehr bewährt.

Als Fazit bin ich in meiner Entscheidung bestätigt worden, diesem Thema im Unterricht Raum zu geben. Ich bin stolz und wieder einmal erstaunt über meine „Kleinen“, die doch so feinfühlig und ehrlich miteinander umgehen können.

Vielleicht hat der eine oder andere Leser Lust, mir seine Sicht mitzuteilen?