Schlagwörter

, , ,

Es sind Herbstferien. Die Schule ist verweist und unbelebt. Die Klassenräume sind leer und ein wenig trostlos. Auch im Raum von Frau Fröhlich erinnert nichts an das rege Treiben in der Schulzeit. Die Minimas toben durch die Gänge und genießen es, sich nicht verstecken zu müssen. Doch wenn die Kobolde von ihrem Treiben in „ihren“ Klassenraum zurückkommen, empfängt sie ein tristes, kühles Zimmer.

„Es ist so kühl und gar nicht mehr bunt hier drin“, mault Pico. Mit seinen lustigen Farben malt er dabei auf einem großen Blatt einen Drachen.  In dem Moment öffnet sich die Tür des Klassenzimmers. Pico kann sich gerade noch hinter dem Schrank verstecken. Vor Schreck hat er aber seinen Drachen liegen lassen. In den Klassenraum kommt ein Mann mit einer grauen Latzhose. In seiner Hand hat er einen roten Plastikeimer voll Wasser und einen Lappen. Der Mann geht zu einem Fenster. Dabei fällt sein Blick auf den Drachen, den Pico gerade gemalt hat, und dessen Farbe noch immer nicht getrocknet ist. Der Mann geht zu dem Bild, schaut sich um und ruft: „Herbert!“, „Herbert!“ Als keine Antwort zu hören ist, nimmt er das Bild und verlässt den Klassenraum.

Pico schaut ihm entsetzt hinterher. „Das ist mein Bild. Der hat mein Bild geklaut“, voller Wut schreit der Kobold so laut, dass Spurti aus dem Versteck kommt. „Was ist denn los?“, fragt er seinen Freund. „Der hat mein Bild geklaut“, schluchzt der kleinste Minimas. „Wer hat dein Bild geklaut? Wir sind doch die einzigen Kobolde hier in der Schule“, erklärt Spurti. „Na der, der den Eimer da hingestellt hat…“, antwortet Pico und schon ist er an dem roten Eimer, der noch immer auf einem Tisch vor dem Fenster steht. Nun wird Spurti neugierig. Er folgt seinem Freund und bestaunt das Plastikteil. Dann fällt sein Blick auf die Fenster und er fängt an zu lachen. Pico ist entsetzt: „Was gibt es denn da zu lachen?“ Spurti beugt sich zu Pico hinunter, legt den Arm um dessen Schulter und erklärt: „Das ist der Fensterputzer.“ Mit leiser Stimme erklärt er weiter: „In den Ferien, wenn kein Unterricht stattfindet, kommen die Fensterputzer und putzen die Fenster. Darum hat Frau Fröhlich vor den Ferien auch die Fensterbilder abgenommen. Wenn die Ferien vorbei sind, sind die Fenster wieder schön sauber und die Kinder und die Lehrerin freuen sich.“  „Aber die Fenster sind doch gar nicht schmutzig.“ Schon ist Pico vor dem Fenster und presst seine Nase an das Glas. „Ich kann alles sehen“, ruft er dabei. „Ja, so sind die Menschen. Sie putzen gern und sind erst zufrieden, wenn alles glänzt“, murmelt Spurti vor sich hin. Da wird Pico lebendig. „Wenn dieser Fensterputzer die Fenster putzen will, soll er etwas zu tun haben. Außerdem hat er mir mein Bild geklaut“, fügt Pico bockig hinzu. Mit einem Schwung hat er dabei seinen bunten Pinsel über das Glas gefegt, sodass nun ein bunter Regenbogen auf dem Glas schimmert. Das sieht Spurti und schon ist sein Koboldwesen in ihm erwacht. Er reißt Pico den Pinsel aus der Hand, flitzt zum zweiten Fenster und malt ein riesengroßes Mondgesicht. Pico schnappt sich daraufhin einen neuen Pinsel, malt Augen und  Nase hinein. Spurti fügt einen roten  Mund dazu. „Na, warte“, ruft der kleinste Kobold und schon streckt das Mondgesicht eine große Zunge aus seinen roten Mund. Nun beginnt ein richtiger Wettbewerb zwischen den beiden Minimas. Jeder malt lustige Mondgesichter auf die Fenster. Dabei ist es ihnen egal, dass ein großer Teil der Farbe auf die Fensterbretter und den Boden kleckst. Die beiden stacheln sich gegenseitig an und treiben es immer heftiger.

In dem größten Treiben öffnet sich die Tür. Pico und Spurti machen sich schnell unsichtbar und verstecken sich unter einem Schultisch. „Was ist denn hier los?“ Der Fensterputzer bleibt an der Tür stehen und schüttelt den Kopf. Ein anderer Mann, mit der gleichen grauen Latzhose an und ein Kollege, steht neben ihm und meint: „ Was hast du denn da gemacht. Mensch, da haben wir ja noch mehr zu tun.“ „Ich, ich habe gar nichts gemacht“, stammelt der Fensterputzer. „Na, dann waren es bestimmt die Schulkobolde“, antwortet kopfschüttelnd sein Kollege.

Pico und Spurti lachen in ihrem Versteck und können sich kaum halten. „Wenn der wüsste…“, bringt Spurti zwischen den Lachsalven hervor.

„An die Arbeit! Wir haben hier echt zu tun, du Scherzkeks“, fordert der zweite Fensterputzer seinen Kollegen auf. Dieser legt Picos Drachenbild auf einen Schultisch, schnappt sich seinen Eimer und beginnt widerwillig mit dem Putzen des ersten Fensters. Sein Kollege hilft ihm und schnell haben sie das Chaos beseitigt.

Mit Schadenfreude und etwas Stolz beobachten die Kobolde die Arbeit der Männer. Pico ist besonders glücklich, als die beiden Fensterputzer nach ihrer Arbeit den Klassenraum verlassen und sein Bild auf dem Schultisch vergessen.

Die Kobolde haben in den Ferien den Fensterputzern einen Streich gespielt. Hast du auch jemanden einen Streich gespielt?

Der Fensterputzer hatte das Pech, an die Kobolde zu geraten. Ist dir in den Ferien ein Missgeschick passiert?

Alle Geschichten unter der Rubrik „Neues von den Minimas“ findet ihr auch auf den Lehrerseiten.