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Das neue Schuljahr hat begonnen. Die Minimas luchsen aus ihrem Versteck und beobachten die Schüler. „Die haben sich aber verändert“, staunt Pop, „dabei waren es doch nur sechs Wochen Ferien.“ „Ja“, erwidert Geos und schiebt sich seine große Brille auf der Nase zurecht, „jetzt sind es keine Schulanfänger mehr. Jetzt sind es richtige Schulkinder.“ Da kommt Spurti angerauscht. „Natürlich sind es Schulkinder, sonst würden sie ja nicht in die Schule gehen“, mischt er sich in das Gespräch seiner Freunde ein.

Dann gesellt er sich zu den anderen Minimas und beobachtet mit ihnen das Geschehen:

Die Kinder spielen, wie immer vor Beginn des Unterrichts. Heute, am ersten Tag nach den Ferien haben sie sich besonders viel zu erzählen. Es ist recht lebhaft in der Klasse. Frau Fröhlich räumt noch einige Sachen umher. Da läuft Moni, das Mädchen mit den langen Zöpfen, zu Frau Fröhlich und fragt: „Kannst du mir bitte mal den Zopf neu binden? Der Gummi ist herausgerutscht.“ Frau Fröhlich schaut Moni an. Es sieht aus, als möchte sie etwas sagen. Dann nimmt sie jedoch ohne ein Wort den Gummi aus der Hand des Mädchens und bindet einen neuen Zopf.

Kurze Zeit später hören die Minimas, wie Peter zu Frau Fröhlich sagt: „Kannst du mir mal bitte die Federtasche aufmachen? Der Reißverschluss klemmt.“ Wieder sieht Frau Fröhlich das Kind merkwürdig an, sagt aber nichts und hilft dem Jungen beim Öffnen der Federtasche.

„Was ist denn mit Frau Fröhlich los?“, wundert sich Pico, „Warum schaut sie denn die Kinder so komisch an? Die haben doch ganz nett gefragt.“ Schnell fügt er hinzu: „Und Bitte haben sie auch gesagt.“ Alle Kobolde schauen zu Geos. Ob er eine Antwort weiß?

Könnt ihr euch vorstellen, warum Frau Fröhlich so komisch reagiert hat ?

Nach einiger Zeit ruft Frau Fröhlich zur Ruhe und alle Kinder gehen an ihren Platz. Nach der Begrüßung setzen sich alle Kinder und schauen sie gespannt an. Auch die Minimas sind gespannt, was die Lehrerin zu sagen hat.

Doch heute beginnt sie nicht mit dem Ablauf des Tages. Sie setzt sich auf ihren Stuhl und schaut in die Runde. Alle warten, was nun kommt. Spurti springt schon von einem Bein auf das nächste. Die Ruhe in der Klasse ist fast beängstigend.

Dann setzt Frau Fröhlich sich gerade hin und beginnt: „Ihr seid jetzt schon richtig große Schulkinder und nicht mehr die Kleinen.“ Die Kinder nicken und strahlen die Lehrerin an. Doch Frau Fröhlich spricht weiter: „Aber einige von euch reden noch mit mir, wie kleine Kinder es machen.“ Nun wird es etwas unruhig in der Klasse. Auch die Minimas schauen sich fragend an. Doch Frau Fröhlich fährt ruhig fort. „Ja, einige von euch reden mit mir, wie kleine Kinder.“ Wieder macht sie eine Pause. Dann fährt sie fort: „Ihr habt gelernt Bitte und Danke zu sagen, doch wenn man mit einem Erwachsenen spricht, sollte man noch etwas beachten.“ Nun tuscheln die Kinder miteinander. „Was meint Frau Fröhlich?“, platzt es aus Spurti heraus. Noch bevor Geos antworten kann, ruft Nico in die Klasse: „Sie!“ Alle drehen sich zu Nico um. Dieser macht sich groß und wiederholt bestimmt: „Sie!“ Die Kinder verstehen nicht. Da erklärt der Junge: „Man sagt Sie zu Erwachsenen.“ Die gesamte Klasse schaut zu Frau Fröhlich. Dann erklärt sie lächelnd. „Ja, Nico hat recht. Man sagt zu Erwachsenen Sie … und ich bin doch ein Erwachsener?“ Einige Kinder lachen. „Na, klar.“

„Also“, fast Fröhlich zusammen, „ich würde mich freuen, wenn ihr großen Schulkinder jetzt Sie zu mit sagt.“ Mit einem Lächeln fügt sie hinzu: „Einige machen das ja schon aber machen fällt es noch schwer. Ich werde euch jetzt immer daran erinnern, wenn ihr mal wieder Du sagt.“

Die Minimas staunen. Sagt man zu Erwachsenen Sie? Pico schaut Geos fragend an: „Müssen wir auch Sie zu jemandem sagen?“ „Wir doch nicht“, ruft Spurti dazwischen, „Wir sind doch doch die Minimas.“

Alle Geschichten unter der Rubrik „Neues von den Minimas“ findet ihr auch auf den Lehrerseiten.