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Könnt ihr euch vorstellen, was Frau Fröhlich vorhat?

Mit diesen Worten beendete ich heute die Geschichte „Ganze Sätze“ in meiner 3. Klasse.

Wie erwartet, flogen sofort einige Finger hoch. – „Meine“ Kinder kennen die Minimas seit der 1. Klasse und noch immer sind sie ganz bei der Sache, wenn ich ihnen eine neue Episode präsentieren kann. Sie sind also schon kleine Profis und wissen genau, dass sie nach jeder Geschichte aktiv werden dürfen bzw. sollen.

„Sie üben die Fragen“, plautzt es auch gleich aus einem Kindermund. „Wir sollen die Fragezeichen üben“, vemutet ein anderes Kind. „Wir müssen die Sätze vervollständigen“, weiß dann ein weiterer Schüler.

„Also gut. Dann vervollständigen wir die Sätze“, lass ich mich überreden. Das ist schnell geschehen. Aber so schnell gebe ich mich nicht zufrieden: „Soll das jetzt schon alles sein? Warum lässt Frau Fröhlich denn die unvollständigen Sätze stehen?“ Schweigen in der Klasse, Schweigen und nachdenkliche Blicke.

„Was meint ihr, warum habe ich euch wohl diese Geschichte vorgelesen?“ Eigentlich wollte ich noch meinen Standartsatz hinzufügen: „Kommt euch das bekannt vor?“ Aber bevor ich meine Gedanken laut aussprechen kann, meldet sich ein Kind: „Wir haben auch immer so gesprochen.“ „Manchmal reden wir noch heute so“, wird es von einem anderen berichtigt.

Jetzt lächeln viele wissend und es hagelt ein wildes Durcheinander halber Sätze: „Darf ich ein weißes Blatt …“, „Kann ich einen Stift …“, „Kann ich ein Taschentuch …“.

Ja, so fliegen die Sätze durch die Klasse. Zu meinem Glück ist die Stunde auch schon zu Ende.

In der kleinen Pause kommt ein Schüler zu mir und fragt: „Darf ich auf die Toilette … (kleine Pause und ein schelmisches Lächeln) gehen?“

„Natürlich“, antworte ich lachend.