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In unserem Garten amüsieren sich in den letzten Tagen Amseln. Besonders zwei kleine, vermutlich junge Vögel scheinen sich immer wieder gegenseitig zu jagen. Sie schwirren dabei ganz dicht an unseren Köpfen vorbei.

Wenn wir in der Sonne den Abend genießen, hüpfen sie immer dichter an uns heran. So, als würden sie testen, wer der mutigere Vogel ist. Die Amselmutter ist derweil häufiger in ihrem Nest, das wir in unserer Efeuhecke vermuten. Amselpappa beobachtet oft von der Mauer aus das Treiben der Jungtiere.

Natürlich hüpft die Amselfamilie über den Rasen und freut sich besonders, wenn wir irgendwo gewässert haben. Dann findet sie leckere Würmer und Kleintiere. Auch unseren kleinen Teich nutzen die Tiere gern als Vogeltränke oder sie baden in dem Wasser.

Gern beobachten wir die Tiere und freuen uns an ihnen.

Aber gestern kamen mir die Tiere besonders nah:

Ich sitze im Wohnzimmer und arbeite am Laptop. Da es noch recht früh am Morgen ist, habe ich das Fenster weit offen. Frische Luft strömt in den Raum. Plötzlich kommt eine Amsel durch das Fenster und fliegt direkt auf die andere Zimmerseite gegen das geschlossene Fenster. Es knallt und das Tier bleibt erst einmal hinter den Tomatensetzlingen liegen. Ich schaue zum offenen Fenster, noch ganz verdutzt. Da sehe ich eine zweite Amsel auf dem Fensterbrett. Neugierig schaut dieses Tier in das Wohnzimmer. Ganz schnell springe ich auf und schließe das Fenster ein wenig. Die Amsel fliegt auf unseren Zaun und beobachtet, was nun geschieht.

Schnell schließe ich auch die Wohnzimmertür. Langsam und auch etwas ängstlich gehe ich zu dem Tier am geschlossenen Fenster. Voller Angst und Panik schlägt dieses mit den Flügeln, kommt aber nicht weg. „Was mache ich jetzt?“, schießt es mir durch den Kopf und „Warum bin ich jetzt allein zu Hause?“ (Mein Mann ist nämlich schon zur Arbeit.) Also muss ich allein handeln. Todesmutig hole ich die Fliegenklatsche aus dem Schubfach. Nein, ich will die Amsel nicht schlagen oder ihr weh tun. Ich versuche sie sanft, in gehörigem Abstand, zu bewegen, zum offenen Fenster zu fliegen. Aber immer wieder will das Tier durch das geschlossene Fenster in die Freiheit. Inzwischen sind die Setzlinge etwas lädiert und Blumenerde bedeckt den Fußboden.

Irgendwann, gefühlt nach Stunden, flattert die Amsel auf die Erde und versteckt sich unter den Schrank. Jetzt haben wir zwei erst einmal eine kleine Erholungspause verdient. Ich atme tief durch und warte erst einmal ab. Nach einiger Zeit nehme ich wieder meine Fliegenklatsche und versuche den Vogel hervorzubekommen. Da die Amsel Angst hat, kommt sie auch unter dem Schrank hervor. Nun schaut sie auch in Richtung des offenen Fensters. Ich öffne es, so weit es geht und versuche das Tier in diese Richtung zu schubsen. Hüpfend bewegt sich die Amsel endlich Richtung Fenster. Dann flattert sie auf das Fensterbrett. Dort wartet auch schon sein Freund? oder Bruder? auf dem Gartenzaun. Schnell flattert der Vogel in die Freiheit. Zuerst landet er noch auf dem Rasen im Vorgarten. Dann aber verschwinden die beiden.

Das war ein Erlebnis: Natur pur und das im eigenen Wohnzimmer.

Amsel – Wiktionary

Wenn ihr etwas mehr über Amseln wissen möchtet, habe ich folgende Seite gefunden:

https://www.hamsterkiste.de/amselnest